Inhalte und Ziele meiner pädagogischen Arbeit

 

Bei meiner Arbeit mit den Kindern ist mein erstes und wichtigstes Ziel, dass sie sich bei mir sicher und geborgen fühlen und gerne zu mir kommen. Die Voraussetzung dafür bildet eine enge und vertrauensvolle Beziehung von Tageskind zu Tagesmutter. Durch eine, über mindestens zwei Wochen dauernde, sanfte Eingewöhnungsphase des Kindes in den Tagespflegealltag, unter Mitwirken der Eltern, wird eine optimale Grundlage für die Beziehung und Bindung des Kindes zu mir, als Tagesmutter, geschaffen. Diese Einführung findet nach den Richtlinien des „Berliner Eingewöhnungsmodells“ statt.

 

Jedes Kind hat verschiedene, eigene Interessen und Bedürfnisse die, zum Teil entwicklungsbedingt aber auch durch familiäre, kulturelle oder soziale Hintergründe, geprägt sind. Diese individuellen Bedürfnisse heißt es zu erkennen, zu verstehen und darauf einzugehen. Durch aufmerksame Beobachtung und Zusammenarbeit mit den Eltern kann ich den Kindern optimale Entwicklungsmöglichkeiten bieten, jeweils unter Berücksichtigung ihres individuellen Entwicklungsstandes. Die Kinder sollen Vertrauen in ihre Fähigkeiten bekommen und das Gefühl haben, angenommen zu werden. 

 

Soziale Kontakte

 

Schon sehr früh entdecken Kinder, dass ihr Gegenüber kein Gegenstand ist, sondern, wie sie selbst, ein Mensch der ihnen zwar ähnelt aber doch anders ist. Sie schauen sich an, ahmen sich gegenseitig nach und machen erste einfache Spiele. Je vertrauter Kleinkinder miteinander wer­den, desto besser gelingt es ihnen, in einen auch längeren und komplexeren sozialen Austausch miteinander zu treten. Dabei entstehende Konflikte tragen dazu bei, Verständnis für andere zu entwickeln und kreative Lösungen zu finden. Als Tagesmutter halte ich mich dabei vorerst im Hintergrund und mische mich nicht unaufgefordert in das Spiel oder in Konflikte der Kinder ein, es sei denn, ein Kind braucht meine Unterstüt­zung, Anregung oder meinen Schutz. In Konfliktsituationen, die von den Kindern nicht allein gelöst werden können, zeige ich positive Lösungsmodelle auf und ver­stärke sozial erwünschtes Verhalten positiv durch Loben, liebe­volle Worte und Aufmerksamkeit. Ein Kind muss erst lernen, wie es sich sozial verhält. Negatives Verhalten wird deshalb nicht etwa bestraft, sondern es werden erwünschte Verhaltensweisen als Alternative gezeigt und ihm/ihr erklärt, was sein/ihr Verhalten bewirkt.

Rituale und Regeln

 

Nicht nur für Kinder sind Rituale wichtig. Sie sind Fixpunkte in unserem Leben und helfen Kindern bereits im Säuglingsalter Geborgenheit zu finden, sowie ihr Gedächtnis und Denkvermögen zu schulen.Tägliche Rituale, wie etwa ein Lied beim Zu-Bett-Gehen oder ein Reim am gedeckten Tisch machen schon den Kleinsten Spaß und dienen dazu, den Kindern Sicherheit mit auf den Weg zu geben. Jede Familie hat neben Ritualen die für alle Zugehörigen einer Gesellschaft gelten, wie zum Beispiel Geburtstage und Feiertage im Jahr, auch Rituale die ganz individuelle Hand­lungen, nur in dieser Familie darstellen. Gerne möchte ich Rituale der Familien meiner Tageskinder aufgreifen und in unseren Alltag übernehmen. Oft entstehen Rituale aber auch ganz zufällig. Ein Lied am Morgen zur Begrüßung, ver­schiedene Reime und Singspiele, aber auch das Händewaschen vor dem Essen gehören in meiner Pflegestelle zu den alltäglichen Ritualen. Wichtig und notwendig ist es auch Regeln aufzustellen und Grenzen zu setzen, um ein angenehmes Zusammenleben für alle Kinder zu gewährleisten und ihnen Sicherheit, durch ein verlässliches und konsequentes Verhalten, zu geben.

Sauberkeitserziehung

 

Das Alter in dem die Kinder trocken und sauber werden, ist sehr unterschiedlich. Erst wenn das Kind durch Eigeninitiative signalisiert, dass es bereit ist trocken zu werden, ist es sinnvoll, mit der Sauberkeitserziehung zu beginnen. Bei den meisten Kindern ist das zwischen 18 und 36 Monaten der Fall. Voraussetzung ist dabei das bewusste Wahrnehmen der Blasen- und Darmentleerung, damit das Kind die­sen Vorgang kontrollieren kann. Deshalb beschleunigt ein früher Beginn und eine hohe Intensität der Sauberkeitserzie­hung die Entwicklung der Darm- und Blasenkontrolle nicht. Um die Eltern bei der Sauberkeitserziehung zu unterstützen ist es wichtig, das Kind in sei­ner Selbständigkeit positiv, mit viel Lob und Aufmerksamkeit, zu bestärken. Ein Kind, das sich sprachlich noch nicht ausreichend äußern kann, wird an seinem Verhalten erkennen lassen, dass es den Drang verspürt, Blase oder Darm zu entleeren. Es nimmt eine charak­teristische Körperhaltung ein oder verzieht sein Gesicht.

Durch Beobachten können diese Signale erkannt und das Kind an die Toilette erinnert werden. Dabei ist es zu vermeiden, ungeduldig und mit Druck auf das Kind einzuwirken. Das Kind sollte möglichst aus eigener Kraft selbständig werden. So wird sein Selbstwert­gefühl am meisten gestärkt.

 

Bildung in der Kindertagespflege

Die Bedeutung des Spiels

 

Kleine Kinder eignen sich Wissen und Fähigkeiten selbständig, durch einen inneren An­trieb heraus, an. Voraussetzung dafür ist, dass sie sich sicher und geborgen fühlen. Es gibt vielfältige Bildungsmöglichkeiten in der Kindertagespflege. Ein großer Teil der kindlichen Bildung findet beim Spielen statt. Im Spiel macht das Kind Erfahrungen, die für seine soziale, geistige und sprachliche Ent­wicklung bedeutungsvoll sind. Kinder spie­len, um sich Handlungsabläufe und den funktionellen Gebrauch von Gegenständen anzueignen und Erfahrungen über dessen physikalische Eigenschaften zu sammeln. Räumliche, kausale und kategorische Ge­setzmäßigkeiten werden im Spiel entdeckt und soziale und sprachliche Fähigkeiten werden durch Nachahmung erworben. Dabei sollte das Spiel immer durch das Kind bestimmt werden. Als Spielzeug kann dazu jeder Gegenstand dienen, der für das Kind interessant und ungefährlich ist. Wichtig ist, zu wissen, dass das Spiel kein Endprodukt vorweisen muss; der Sinn des kind­lichen Spiels liegt in der Handlung selbst.

Die Rolle der Tagesmutter besteht darin: 

  • Vorbild zum Nachahmen zu sein
  • Spielpartner zu sein 
  • Spielsachen anzubieten

 

Beteilige ich mich am Spiel, sollte ich das Kind im Spiel dort abholen, wo es in seiner Entwicklung steht. Auf diese Weise kann ich sein Interesse und seine Freude am meisten wecken. Sinnvoll ist es, dem Kind Vorbild zu sein, indem ich es in meine Aktivitäten einbeziehe: Mit Geschick und Organisation gibt es immer wieder Gelegenheiten, das Kind im Alltag „mithelfen“ zu lassen, z.B. beim Decken und Abräumen des Esstisches oder beim Gießen der Zimmerpflanzen. Im freien Spiel entdecktes Interesse der Kinder, an beispielsweise naturwissenschaftlichen Phänomenen, wird von mir aufgegriffen und in Projekten weiterverfolgt. Wir „forschen“ mit verschiedenen Spielzeugen, formbaren Materialien wie Knete, Salzteig, Sand und Wasser, mit Instrumenten wie Gitarre, Klavier, Percussioninstrumenten, Glockenkranz und Tambourin, sowie mit Materialien die wir beim Spielen außerhalb der Wohnung gefunden oder gesammelt haben. 

Durch das variationsreiche Spektrum an Gestaltungsformen werden die verschiedensten Wahrnehmungsmöglichkeiten der Kinder angesprochen und weitergebildet. Die vielfältigen Erfahrungen regen den Austausch darüber an und fördern so indirekt die Sprachentwicklung. Auf den Spielplätzen der Umgebung erhalten die Kinder täglich Gelegenheit, ihre körperliche Geschicklichkeit beim Klettern, Balancieren, Werfen und Fangen, Springen und Kriechen zu erproben.

Motorische Entwicklung

 

Die Motorik macht es dem Kind möglich, sich gegen die Schwerkraft zu behaupten, sich fortzubewegen, nach Gegenständen zu greifen und diese auf unterschiedliche Weise zu benutzen. Motorische Leistungen sind aber weit mehr: Mimik, Blickverhalten, Gestik, Sprache; aber auch Zeichnen und Schreiben sind motorische Leistungen, mit deren Hilfe das Kind sich auszudrücken vermag. Immer wenn es in irgendeiner Weise auf seine Umwelt einwirken oder sich ausdrücken will, braucht es dazu seine Motorik.

Somit spielt sie in der kindlichen Entwicklung eine zentrale Rolle und ist von großer Bedeutung. Die motorische Entwicklung ist überwiegend ein Reifungsprozess, der nach inneren Gesetzmäßigkeiten, von Kind zu Kind unterschiedlich rasch verläuft und nicht von außen beeinflusst werden kann. Das Kind eignet sich seine motorischen Fähigkeiten selbst an, vorausgesetzt, es kann sich seinem Entwicklungsstand entsprechend motorisch betätigen. Die motorische Entwicklung wird aber auch durch die Umgebung beeinflusst und die Haltung, die die Erwachsenen dem kindlichen Bewegungsdrang gegenüber einnehmen. Säuglinge und Kleinkinder wollen und müssen sich bewegen. Sie wollen alle Dinge berühren, in den Mund nehmen und betrachten. Das Erkunden der Umwelt ist ein wichtiger Bestandteil ihrer frühen geistigen Entwicklung. 

Ich bemühe mich, den Bewegungsraum der Kinder möglichst groß zu halten und ihnen viele Gelegenheiten zum Erkunden zu geben.

Die Wohnung ist so eingerichtet, dass das Kind:

  • sich nicht verlassen fühlt, wenn es spielt 
  • in seinem Bewegungstrieb und Neugierde-Verhalten möglichst wenig eingeschränkt wird 
  • sich nicht gefährden kann (gesicherte Steckdosen, Chemikalien und Reinigungsmittel außer Reichweite)

Durch tägliche Spaziergänge und Besuche von Spielplätzen ermögliche ich es den Kindern, ihren natürlichen Bewegungsdrang freien Lauf zu lassen und ihre motorischen Fähigkeiten in verschiedenen Umgebungen zu erproben. Dabei gehören „Bobby-Car“, Laufrad und Dreirad häufig zu unseren Begleitern. Auf unseren Ausflügen durch die Natur lernen die Kinder unterschiedliche Naturmaterialien, wie Eicheln, Kastanien und Bucheckern kennen und erweitern so ihr Erfahrungsfeld. Die verschiedenen Formen und Oberflächen regen zum Experimentieren an und fördern die Kinder ebenfalls in ihrer Feinmotorik.

Sprachförderung

 

Bereits lange bevor das erste Wort gesprochen wird, kommunizieren Kinder durch Mimik, Gestik und Körpersprache. Schon Neugeborene können die bekannte Stimme ihrer Mutter von anderen unterscheiden. Wenn es die Stimme hört, bekommt es einen aufmerksamen Gesichtsausdruck, bewegt sich weniger oder mehr und versucht vereinzelt, eigene Töne zu bilden. Das Kind fühlt sich verstanden, wenn seine Mitmenschen diese Signale wahrnehmen und mit Aufmerksamkeit, Ansprache und Berührungen darauf reagieren. Bedürfnisse wie Hunger, auf die der Säugling durch Schreien aufmerksam macht, sollten schnellstmöglich gestillt werden. Veraltete Erziehungsmethoden und die Ansicht, das Kind könne durch die prompte Versorgung verwöhnt werden, sind nicht förderlich und wirken sich nachteilig auf die Bindung des Kindes zu der Bezugsperson aus.

Während des Tages gibt es viele Gelegenheiten mit dem Säugling zu plaudern: beim Füttern, beim Windelwechseln oder beim Schlafengehen. Dabei wird instinktiv eine charakteristische Sprechweise angenommen: ich erhöhe die Stimmlage, verlangsame das Sprechtempo, übersteigere den Ausdruck und wiederhole die Aussage mehrfach. Dieses vereinfachte, ausdruckstarke Sprechen ist sinnvoll und entspricht den begrenzten Aufnahmefähigkeiten des Säuglings. Im innigen Dialog wird die Bindung und Beziehung des Kindes an die Bezugsperson unterstützt.

Schon mit 6 Monaten beginnt das Kind, die Bedeutung bestimmter Wörter zu begreifen und mit Personen und Ereignissen in Verbindung zu bringen. Bald beginnt es, sich für Gespräche zwischen Familienmitgliedern zu interessieren und eignet sich die Laute der Umgangssprache an. Die Worte die wir an das Kind richten, sollten in einem unmittelbaren Bezug zum Kind und seinem Erleben stehen. Alles, was wir ansprechen, sollte das Kind gleichzeitig sehen, hören oder fühlen können. Zwischen zehn und dreißig Monaten gebraucht das Kind die ersten Wörter. Kinder verstehen immer weit mehr, als sie in Worten ausdrücken können. Deshalb ist es wichtig, die Sprechweise nicht nach derjenigen des Kindes, sondern nach dem Sprachverständnis zu richten. Kinder erwerben die Sprache eigenständig, sie brauchen dazu aber einen intensiven Kontakt mit den Eltern, Geschwistern und anderen Bezugspersonen. Diese Personen bringen dem Kind die Sprache nicht bei, sie üben aber einen großen Einfluss auf die Sprachentwicklung aus. Ist eine Aussage des Kindes nicht richtig, stelle ich den Sachverhalt klar und wiederhole allenfalls den Satz in seiner korrekten Form. Keinesfalls sollte das Kind zum Nachsprechen angehalten werden, denn dies hat eher negative Auswirkungen auf seine Sprachentwicklung.

Für mich als Tagesmutter ist es wichtig, den Entwicklungsstand des Kindes zu beobachten und zu dokumentieren, um den Sprachstand zu erkennen und die Fortentwicklung durch gezielte Förderung zu unterstützen. Durch die Bereitschaft zuzuhören und dem Kind Zeit zu lassen, Worte zu finden, werden die Kinder angeregt, die Freude am Sprechen zu entdecken. Das gemeinsame Ansehen von Bilderbüchern, die Gegenstände des täglichen Lebens zeigen, macht den Kindern Spaß und bedeutet für sie Wohlbefinden, Nähe und Zuwendung. Besonders geeignet für die Förderung der Sprachentwicklung sind auch Lieder und Reime, die durch ihre vorgegebenen Rhythmen unter anderem zur Silbentrennung und dem Satzbau in den Texten führen. Die allerbeste Sprachförderung ist aber eine gute Beziehung zu dem Tageskind.

Eingewöhnung und Abschied

Eingewöhnung

 

Ein Kind braucht für sein Wohlbefinden das Gefühl der Geborgenheit. Personen, die das Kind betreuen, sollten dem Kind gut bekannt sein. Je vertrauter dem Kind die Person und die Umgebung ist, desto wohler wird es sich fühlen. Hat ein Säugling oder ein Kleinkind zu einer Person eine Bindung aufgebaut, fühlt es sich sicher und kann von diesem „sicheren Hafen“ aus, den die Bindungsperson bietet, seine Umwelt untersuchen. Ist es verunsichert, ängstlich oder braucht Hilfe, kehrt es zur „Basis“ zurück.

Die Bindung ist Voraussetzung für das Lernen und hat somit große Bedeutung für die frühkindliche Entwicklung. Dem Kind sollte unbedingt Gelegenheit gegeben werden, sich durch eine Eingewöhnungszeit im Beisein seiner Eltern oder einer anderen engen Bezugsperson, allmählich mit der Tagesmutter vertraut zu machen. Dabei ist erst einmal von einer Eingewöhnungszeit von drei Wochen auszugehen, in dessen Verlauf sie sich den Reaktionen des Kindes und den individuellen Gegebenheiten anpasst. Bei den meisten Kindern dauert die Eingewöhnung 14 Tage. Das Kind sollte während der Eingewöhnungsphase immer von derselben Person begleitet werden. Wenn das Kind der Tagesmutter gegenüber ein ausgeprägtes Bindungsverhalten zeigt, ist die Eingewöhnungszeit beendet. Die Eingewöhnungsphase wird nach den Richtlinien des „Berliner Eingewöhnungsmodells“ durchgeführt, welches sich auf das INFANS Konzept stützt.

Berliner Eingewöhnungsmodell

Drei Tage: Grundphase

 

Mutter/Vater oder eine andere Bezugsperson kommt mit dem Kind in die Einrichtung; bleibt 1 bis 2 Stunden mit Kind (Mitnahme eines Kuscheltieres).

Kein Trennungsversuch an den ersten drei Tagen

 

Verhalten Bezugsperson:

  • Eher passiv
  • Kind nicht zu drängen sich zu entfernen
  • Akzeptieren, wenn Kind die Nähe sucht

 

Verhalten Tagesmutter:

  • Vorsichtige Kontaktaufnahme ohne zu drängen
  •  Macht Spielangebote
  •  Beobachtet Verhalten

 

Vierter Tag: Trennungsversuch

 

Bezugsperson kommt mit dem Kind in die Einrichtung. Ab dem 4. Tag übernimmt die Tagesmutter die Versorgung des Kindes (Mitnahme eines Kuscheltieres)

Bezugsperson verabschiedet sich nach einigen Minuten klar und eindeutig, verlässt Raum bzw. Wohnung für ca. 30 Minuten; bleibt aber in der Nähe.

Je nach Reaktion des Kindes auf den Trennungsversuch wird die Entscheidung über die Eingewöhnungsdauer getroffen.

Lässt sich das Kind rasch und dauerhaft beruhigenAusdehnung der Trennungszeit

Heftiges Verlangen nach Rückkehr der Bezugsperson, lässt sich nicht trösten, bzw. fängt ohne ersichtlichen Anlass wieder an zu weinen: Längere Eingewöhnung  (3 Wochen)

Stabilsierungsphase

Bei gelungenem Trennungsversuch kann ab dem 5. Tag die Trennungszeit ausgedehnt werden. Bei gescheitertem Versuch: Stabilisierung der Beziehung zur Tagesmutter (siehe Grundphase), erneuter Trennungsversuchfrühestens am 7. Tag

 

Schlussphase

 

Die Eingewöhnung ist beendet, wenn das Kind sich schnell von der Tagesmutter trösten lässt.

Abschied

 

Die Beendigung der Tagespflege und der daraus entstehende Abschied von der Tagesmutter und den anderen Tageskindern, ist ein ähnlich einschneidendes und belastendes Ereignis für das Kind, wie es die Eingewöhnung in die Tagespflege ist. Der Abschied sollte dem Kind rechtzeitig angekündigt werden, mindestens vier Wochen vorher. Über den genauen Zeitpunkt, wann das Kind über die bevorstehende Veränderung informiert und wie sie begründet wird, stimmen sich Eltern und Tagesmutter ab. Damit sich das Kind darauf einstellen kann, sollte dieses Ereignis in den Wochen vorher immer wieder angesprochen werden. Gut geeignet, um das Tageskind auf die neue Lebensphase vorzubereiten, sind Kinderbücher, die bestimmte Themen aufgreifen, z.B. „Kindergarten“ oder „Umzug“. Durch eine positive Einstellung kann das Kind sich am besten auf eine neue Umgebung mit neuen Personen einlassen und Ängste können verringert werden. Der Abschied sollte eine einfühlsame Entwöhnungsphase sein, in der die Betreuung in der Tagespflege langsam reduziert wird. Am letzten Betreuungstag feiere ich mit den Kindern zusammen ein kleines Fest. Als Erinnerung bekommt mein Tageskind ein Album von mir, welches eine Sammlung von Fotos, gemalten Bildern und Bastelarbeiten beinhaltet. Über einen Besuch meiner ehemaligen Tageskinder freue ich mich sehr und sie sind immer herzlich willkommen.

 

Zusammenarbeit mit den Eltern

Besonders wichtig für die Tagespflege ist eine vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit zwischen den Eltern der Tageskinder und der Tagesmutter. Die erste Begegnung sollte bestenfalls mit beiden Elternteilen und dem Kind zusammen bei der Tagesmutter stattfinden. So können sich beide Seiten besser kennenlernen, Fragen stellen und auch die Räumlichkeiten und die Umgebung besichtigt werden. Die Eltern erfahren mehr über die Abläufe, Ziele und die Förderung für ihr Kind. Bei diesem Gespräch können evtl. vorhandene Gefühle der Eltern, von Unsicherheit und die Sorge, ob sich das Kind wohlfühlen und einleben wird, genommen werden.

Die Erziehungspartnerschaft hat eine große Bedeutung in der Tagespflege. Die tägliche Kommunikation und Kooperation mit den Eltern der Kinder ist Voraussetzung für eine funktionierende Tagespflege und gewährleistet die Kontinuität der Betreuung. Dieser Austausch kann im Gespräch mit den Eltern „zwischen Tür und Angel“ oder bei Bedarf auch mit mehr Zeit und Ruhe stattfinden. Auf individuelle Wünsche und Anregungen der Eltern, in Angelegenheiten die die Kinderbetreuung betreffen, versuche ich so weit wie möglich einzugehen. In einem kurzen Gespräch, bei der Übergabe des Kindes, kann von den alltäglichen Erfahrungen, Beobachtungen oder auch Schwierigkeiten berichtet werden. Für mich ist es wichtig zu erfahren, wie die Nacht, bzw. der Tagesanfang meiner Tageskinder abgelaufen ist.   So kann ich die richtigen Rückschlüsse ziehen bei „auffälligem“ Verhalten, z.B. besonderer Müdigkeit. Diese Gespräche bieten auch eine gute Gelegenheit sich über Entwicklungsschritte des Tageskindes auszutauschen.

Die Zusammenarbeit mit den Eltern sollte geprägt sein von gegenseitigem Respekt, von Offenheit und der Einhaltung von Absprachen. Ein guter, persönlicher Kontakt zu den Eltern ist vor allem für das Kind von großem Nutzen.

 

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